Tag des offenen Denkmals

Der erste Blick beim Betreten des weiträumigen Hofes des Kinder-, Kultur- und Nachbarschaftszentrums in der Lausitzer Str. 22 in Berlin-Kreuzberg wird von den bunten Graffiti-Bemalungen der Remisenfassaden und dem hochaufragenden Ziegelschornstein am Ende des Gebäudeensembles eingefangen.
Der Ort, der heute einen Eindruck des bunten Kreuzberger Lebens vermittelt, entstand im ausgehenden 19. Jh. mit der Stadterweiterung und mit dieser entwickelte sich die sogenannte „Kreuzberger Mischung“.
Die Arbeit am Erhalt der Fabrik rief Geschichte und Geschichten in Erinnerung. Ältere NachbarInnen und frühere BewohnerInnen erzählten von den Lebens- und Arbeitsbedingungen ihrer Jugend im Kiez. Das Engagement für eine behutsame Stadterneuerung in den 80er Jahren sensibilisierte uns für die Geschichtlichkeit und die sozioökonomischen Aspekte von städtebaulichen Strukturen.

Die Erforschung des industriegeschichtlichen Baudenkmals machte zunehmend deutlich, was die Regenbogenfabrik an städtebaulicher und kulturhistorischer Besonderheit repräsentiert.
Das Gebäudeensemble ist ein Beispiel für eine frühe industrielle Produktionsstätte an der Schwelle zwischen ländlichem Leben und städtischer Bebauung im ausgehenden 19. Jh. Die zweigeschossigen Remisen sind als Dampfsägewerk und später bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts als Chemiefabrik genutzt worden.
Jedes Jahr wird beim Tag des offenen Denkmals ein neues Motto verfolgt und bisher war jedes davon geeignet, eine weitere Facette unseres Hofes in den Fokus zu stellen. Hier könnt ihr mal schnuppern, welche Geschichte in unserer ersten Ausstellung erzählt wurde. Das berlinweite Programm zum Denkmaltag ist zu finden unter: www.berlin.de/denkmaltag